Die Subkultur der Kinder hat sich in den vergangenen hundert Jahren als äußerst resistent gegenüber den sozialen Wandel und dessen Einfluss auf Sprachvarietät erwiesen. Wortspiele und Weisheiten aus Märchen und Witzen haben sich über Jahrzehnte unverändert gehalten und werden von Generation zu Generation weitergegeben. Dagegen ist die Sprache der Jugend  nicht in einer solch strengen Weise zurückzuverfolgen, weist jedoch ähnliche soziokulturelle Absichten und vor allem Ursprung auf. Die Anerkennung und Zugehörigkeit in einem bestimmten sozialen Milieu kann der Beweggrund eines solchen sprachlichen Erkennungsmerkmals sein. Soziolekte (Sondersprachen) sind in unserer heutigen Gesellschaft so präsent wie noch nie. Dieser Umstand findet seinen Antrieb in der immer weiter wachsenden Vielschichtigkeit unserer Gesellschaft und der damit entstehenden Konflikte. Eine industrialisierte Nation ist auch immer gleich eine Nation in der es viel um Anerkennung geht, da die Wirtschaft auch gleichermaßen den Spalt zwischen Armut und Reichtum ausweitet .Deshalb steht die soziale Wirklichkeit in einem stetigen Konflikt mit Wirtschaft und Politik. Denn nicht alle profitieren am Fortschritt. Es ist zu vermuten dass die subkulturelle und nicht standardisierte Sprachlandschaft gerade aus diesem Grund in Deutschland besonders ausgeprägt ist. Nach Löfflers Bezeichnung ist die Jugendsprache transitorisch (vorrübergehend). In der Sprachwissenschaft wird die Jugendsprache als komplexe Varietät der Standartsprache verstanden. Wir versuchen instinktiv und unbewusst immer einer sprachlichen Richtlinie zu folgen um den Gegenüberstehenden oder einer Gruppe  Toleranz und Anpassungsfähigkeit zu signalisieren. So sprechen wir mit einem Kleinkind in einer für ihn verständlichen Sprache und betonen ganz besonders dabei die Emotionen. Ferner werden spezifische  Jargons  auch innerhalb der Fachkreise wie Musik, Sport und anderen Kulturkreisen verwendet, um der Community fachbezogene Authentizität zu verleihen und um sich in Gesellschaft und Wirtschaft zu etablieren. Neben dem bewusst verwendeten Jargon existiert die sogenannte  ethnolektale Form der deutschen Sprache. Das ist ein Sprachstil, welcher innerhalb einer ethnischen Minderheit in einem bestimmten Sprachraum Verwendung findet. Unter jungen Menschen begegnen wir oft ethnolektalen Elementen,  besonders dem Balkan-Slang und dem Türk-Deutsch. Diese entstehen unwillkürlich durch die nicht bewältigten sprachlichen Herausforderungen. Die Sprache wird dann auf die nötigsten Bedürfnisse und die im verwandten kulturellen Kreisen verstandenen Elemente reduziert. Wie auch die Jugendsprache prägen hier Expressivität und Emotion die Ausdrucksweise, da argumentative Möglichkeiten durch den geringen Wortschatz begrenzt sind.

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