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Die Spielsucht ist längst keine Sucht mehr  die auf eine bestimmte Gruppe von Menschen zugeordnet werden kann. Sie betrifft in unserer vielschichtigen Gesellschaft die Reichen ebenso stark wie die Armen. Die Ursachen hierfür können in den verschiedensten Lebenslagen auf verschiedenste Weise vorkommen.  Nach Angaben der BzgA waren es im Jahr 2007 103.000 und im Jahr 2009 schon 292.000 Spielsüchtige. Im Jahr 2012 haben sich 86% der 16-65 -Jährigen in Deutschland schon  einmal an einem Glücksspiel beteiligt. Dabei haben Männer häufiger Erfahrungen mit Glücksspielen als Frauen und das sieht so aus: 9 von 10 Männern (89%) zwischen 16 und 65 Jahren haben schon einmal ein Glücksspiel gespielt, bei Frauen sind es 82%. Besonders in der jüngeren Bevölkerungsschicht ist eine besorgniserregende Entwicklung zu beobachten. Es sind immer jüngere die ihre Zeit in Spielhallen verbringen. Die fehlende soziale Anerkennung, besonders bei den Jugendlichen unter den Migranten kann hier überspielt werden. Die Hoffnungen auf das große Glück überwiegen gegenüber der Einsicht, dass die Gewinnchancen nur ein Bruchteil von dem dar stellen,  was die Spieler wirklich erwartet. Dabei ist es unbedeutend wie oft der Spieler sein Geld verschlingen lässt. Solche Tatsachen werden durch den Zorn und den damit einhergehenden Vorsätzen das Geld zurückzubekommen,  betäubt. Soziale Schwierigkeiten, Arbeitslosigkeit und finanzielle Engpässe treiben diesen Trend weiter nach oben, vor allem bei  Migranten ist eine steigende Tendenz zu beobachten. Selbst in kleinen Städtchen wie z.B. Schongau, einer Stadt in Oberbayern steigt die Zahl der Spieler rapide. Die hell- und buntbeleuchteten Hallen in denen man sich zum Essen und Trinken trifft sind einladend. Sie sind durchgehend geöffnet, bieten die Möglichkeit mit einem Gewinn nach Hause zu gehen. Hier in Schongau reicht ein Besuch am späten Nachmittag in einer Spielhalle aus, um den verheerenden Zustand der Spielsucht unter jungen Migranten  zu sehen. Dabei ist der  Begriff Sucht den Betroffenen fremd. Sie sehen sich nicht der pathologischen Spielsucht verfallen. Doch Tatsache ist: Ein Betroffener der dem Impuls des Spielens nicht widerstehen kann, auch wenn ihm die sozialen Konsequenzen und die ihm drohende finanzielle Notlage bewusst sind, ist  in pathologischer Hinsicht als spielsüchtig einzuordnen. Da das Kulturangebot der Städte immer weniger und die Spielhallen umso mehr genutzt werden, hat das sichtbare Folgen auf das Bild der deutschen Großstädte. Die Zuflucht in die Spielhallen vor ungelösten Konflikten in Familie und Arbeit endet meist in schweren psychischen und sozialen Folgen. Darüber zu sprechen bevor es zu spät ist, kommt bei Migranten durch das falsche Ehrgefühl erst gar nicht in Frage. Betroffen sind in Großstädten vor allem Araber und Türken. Unter den Jugendlichen herrscht meist ein verzerrtes Bild zwischen den Begriffen Reichtum,  Arbeit und Zeit. Schnell reich werden, mit wenig Arbeit und das in kurzer Zeit. Viele lassen sich durch Rap-Videos in denen die Künstler mit Scheinen umherwerfen und sich im Getümmel schöner Frauen befinden, beeindrucken. Hierzu kommt das Gefühl hinzu „anderen Mal so richtig zu zeigen wer ich bin“. Geringer Selbstwert, Erfolgslosigkeit und unrealistische Erwartungen bilden ein Teufelskreis aus denen viele nicht mehr herausfinden. Die Angst von eigenen Familienangehörigen ausgegrenzt und erniedrigt zu werden ist groß. Die gesetzlichen Vorschriften sind auf die wachsende Gefahr der Spielsucht und dessen facettenreiche Problematik nicht angepasst. Die betroffenen Stadtverwaltungen müssen über kurz oder lang neue Maßnahmen ausarbeiten und diese auf die Bedürfnisse der Stadt individuell anpassen.

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