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Michail Sergejewitsch Gorbatschow gehört zu den vielen Politikern dessen weltpolitische Leistungen schnell in Vergessenheit geraten sind. Das liegt wahrscheinlich zum größten Teil daran, dass wir über die Freiheit in der wir leben nicht viel nachdenken. Es ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch jeder Selbstverständlichkeit sind mutige Entscheidungen und Schritte vorausgegangen. Einer der viel zu verlieren hatte, musste an eine Vision geglaubt haben und sich dann selbstlos dieser Sache hingegeben. Es ist immer einfach eine Aufgabe zu bewältigen, bei der man auf Rückendeckung zählen kann. Gorbatschow aber hatte in einer bestimmten Sache nicht gerade die Zustimmung seines Landes. Und dennoch war er entschlossen, die schier unzerbrechliche Funkstille zwischen Ost und West zu beenden. Und mit der Umsetzung dieser Vision hat er nicht nur Russland verändert, sondern nahtlos an den weiteren Verlauf der  deutschen Geschichte  angeschlossen. Der 1931 in Priwolnoje, der damaligen UdSSR geborene Gorbatschow machte den ersten Schritt in Richtung Westen und hinterließ Überzeugung und Vertrauen in den westlichen Staaten. “I like Mr. Gorbachev. We can do business together“  ließ Margaret Thatcher 1984 in einem Interview mit der BBC wissen. Der von 1985 bis 1991 amtierender Generalsekretär  des Zentralkomitees der KPdSU ( Kommunistische Partei der Sowjetunion)  führte den Kalten Krieg mit der Glasnost (Offenheit) und der Perestroika (Umbau) an seine letzten Tage. Darauf baut auch die deutsche Wiedervereinigung. 1990 erhielt er den Friedensnobelpreis. Das so lange verleugnete Zusatzprotokoll zum Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt wurde auf russischer Seite eingeräumt. Auch das leitete Gorbatschow ein. Regimekritiker die in der Zeit der stalinschen Säuberung inhaftiert wurden,  wurden frei gelassen. Darunter Andrei Sacharow und Nikolei Bucharin. Gorbatschow verfolgte konsequent die Modernisierung seines Landes auf politischer wie auch auf wirtschaftlicher Ebene. Der Schutz des Sozialismus-die Breschnew Doktrin,  wurde von der neu orientierten Politik distanziert und durch die Sinatra Doktrin ersetzt. Gorbatschow gab den Warschauer-Pakt Staaten bei der Erledigung innerer Angelegenheiten freie Hand. Damit war ein wichtiger strategischer Teil des Warschauer Pakts und damit auch des Kalten Krieges außer Kraft gesetzt. In Russland wird er von vielen Menschen gehasst. Er wird dafür  verantwortlich gemacht die Sowjetunion zerstört zu haben. Doch auf politische Bündnisse gab Gorbatschow nicht viel, so lange Menschen unter Druck leben mussten und die Kommunikation stark eingeschränkt war. Heute signalisiert er noch immer seine Position. Gorbatschow appellierte,  die Verbindung zwischen Ost und West trotz der  Krise in der Ukraine nicht abreißen zu lassen. Auch in diesen schwierigen Tagen ist das Gorbatschow Institut daran,  die Verständigung junger Menschen aufrechtzuerhalten.

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