Wann spreche ich nur aus meiner Sicht und wann füge ich mich den Ansichten der  Anderen? Die Grenze die sich zwischen meiner unvorbelasteten Meinung und der Meinung, die durch die Wirkung anderer geprägt ist befindet,  ist eine solche die zur Erkennung gesellschaftlicher Missstände eine geschliffene und darauf abgestimmte Erkennungsfähigkeit abverlangt. Wenn jemand in Deutschland gegen die Verbreitung des Islams ist, nimmt er in Wahrheit kaum Bezug zu sich selbst oder den tatsächlichen Fakten bezüglich dieser Thematik. Er folgt einzig und allein einer Linie, die stark geprägt von der Volksverdummung,  grundlos und meist ohne haltbare Elemente einen Massen- und Volkshass  wuchern lässt. Dabei ist es kennzeichnend, dass die Masse die sich dieser Angst fügt,  keinerlei sachlichen Bezug zur gefürchteten Religion anstrebt. Seit jeher setzt der Mensch Akzente und Unterschiede. Seit jeher sucht er auch nach lebendigen Beispielen für Gut und Böse. Er verfolgt  die Einordnung der Moral und trachtet ständig danach Begriffe richtungsweisend so zu definieren, dass er mit seinen eigenen Wertvorstellungen damit nicht in Konflikt steht. Da wäre zum Beispiel das schweigsame und bislang nicht vollständig  eskalierte Konflikt-Dreieck USA, Islam und Israel. Immerhin sind es vermeintliche Terroristen und die bedrohen ja bekanntlich den Frieden auf der Welt. Und schon verfallen alle die mit dieser Anti-Terror  Operation in Verbindung stehen in einen pseudoheldenhaften Rausch aus Folter, Gewalt und Mord.  Nicht einmal die Philosophie steht dem entgegen. Immerhin sagte John Locke: Sein Recht als moralischer Mensch darf man auch mit Gewalt verteidigen“ Das Wort Moral hat sich in den letzten Jahrzehnten als sehr biegsam erwiesen. Eine Art Gummiparagraf aus der Zeit der Revolten und Aufklärung. Jeder verteidigt seine moralischen Ansichten. Breivig hat es getan, Ghadaffi hat es getan, Georg Bush ebenso, Assad und neuerdings die Menschen, die über eine wunderbare und beeindruckende Religion sprechen,  als wäre es die Religion der Verdammten. Der Islam ist politisch und gesellschaftlich auseinandergenommen und herabgewürdigt worden. 1400 Jahre sind einfach so mit zwei oder drei Begriffen in eine art Abgrund getrieben worden. Und jeder der sich dazu bekennt, muss sie gegen mutierte Wertvorstellungen der posthumanistischen Moralisten  verteidigen. Dabei hat der Islam die Rechte der Menschen, darunter der  politisch Verfolgten und Frauen, in einer Zeit verteidigt, in der Mädchen und Frauen lebendig begraben wurden. In einer Zeit in der die Frau keinerlei  Ansprüche auf ihre Verdienste hatte. Der Islam brachte Begriffe wie Erbrecht und Eherecht. Kinderrecht und Recht auf Leben. Und nun 1400 Jahre später, stehen die Europäer, also diejenigen die die kapitalistische Sklaventreiberei  im Imperialismus auf eine weltbedeutende Dimension gebracht hatten, und noch gerade vor 80 Jahren Menschen systematisch ausgelöscht hatten, mit erhobenem Finger vor der islamischen Welt und äußern sich in dramatischer Weise als Retter und Wahrer moralischer und ethischer Werte. Und  plötzlich fallen historisch gewichtige Namen wie Kant, Rousseau, Freud, Leibniz, Charles Darwin und noch mehr. Alle, so die Darstellung der Panikmacher,  haben mit ihren Thesen, Theorien und Erkenntnissen nur eines sagen wollen. Glaube ist falsch. Und der Islam erst recht. Es lebe der falsch verstandene Humanismus und nieder mit der Religion. Da fallen Religion und Aufklärung in einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt in der Geschichte zusammen und schon wird nach Belieben gepuzzelt. Religion, Gott, Gebet und Ergebenheit  können nur zweierlei bedeuten: Rückständigkeit und Gefangenschaft.  Hier haben die von den Vorstellungen der Freiheit und Brüderlichkeit  gedrängten Menschen den Überblick einer zu seiner Zeit dominierenden Trinität verloren. Staat, Politik und politische  Instrumentalisierung. Denn eigentlich hatte Rückständigkeit nichts und rein gar nichts mit Frömmigkeit zu tun. Religion war zur Zeit der Unwissenheit vieler Menschen nur die günstigste Methode um mögliche Aufstände in Zaum zu halten und weiterhin Ausbeutung zu ermöglichen. Dieser Missbrauch geschah nur in der christlichen Welt. Und so lebt Europa in einer selbst inszenierten Welt von Dogmen, Überspitzungen,  Verallgemeinerungen und Überheblichkeit.  Was die Zeugen Jehovas seit Jahren zu tun pflegen, dass tut der Islam. Die Verbreitung der Religion. Die Arbeit der Missionierung war in keiner Religion ein Problem. Bis es der Islam vermehrt getan hatte. Die Moslems klingeln nicht an den Türen, so wie es die Zeugen tun. In einem freiheitlichen Europa machen  sich so manche selbsternannte Moralisten über die europäische Verfassung lustig und pflegen einem laienhaften Umgang mit der reichhaltig philosophisch beladenen, europäischen Idee. Sie verbieten die Verteilung von Koranexemplaren. So ist es in Schongau, einem Städtchen in Oberbayern geschehen. Willkommen zurück im Mittelalter. Heute gibt es nur wenig Verständnis für Neues. Neues bringt nur Angst. Früher brachte es Euphorie. Doch vor der Aufklärung waren die Geister um ein Vielfaches belasteter als es unsere heutigen ängstlichen und faulen Seelen zu ertragen vermögen. Man sah sich nicht nur mit völlig neuen Begriffen konfrontiert. Ganz Europa schien sich in einer brodelnden Suppe aus neuen Gedanken, Revolutionen und Kriegen zu befinden. Heute verlangt man den Stillstand. Den Stillstand von neuen Gedanken, den Stillstand von neuen Zielen, den Stillstand von neuen Vermutungen und Verknüpfungen. Heute ist die Wissenschaft dort angekommen wo sie eigentlich angefangen hat. Sie hat ihre Arme in Richtung Gesellschaft ausgestreckt und setzt normativ anmutende Grenzen. Religion wird geradezu verteufelt. So sehr, dass sich renommierte Wissenschaftler, ähnlich wie Homosexuelle, nur anonym zum Islam  oder einem Glauben an Gott bekennen.  Und den wichtigen Fragen geht man dazu geschickt aus dem Weg. Viele Fragen, welche einen übergeordneten Schöpfer vermuten lassen werden mit  „ ist halt so“ beantwortet.  In einem Europa, das sich sonst vor konkreten Antworten nicht scheut. Und so wird der Bogen gespannt. Angefangen bei Demokratie über Freiheit, Philosophie, Gottlosigkeit und endet in zweifelhaften Situationen notgedrungen bei der gespielten Christlichkeit. Das Fasten sei ja nur freiwillig, Respekt vor den Eltern ist auch schon überholt. Und Sex? Was ist mit unserer Sex-gesteuerten Gesellschaft und unseren im Sommer halbnackt herumlaufenden Teenies? „Ähm…ach..Jesus…was hätte der wohl gesagt. Ach vergessen wir doch schnell wieder die Religion und nehmen die Demokratie. Da pfuscht die Bibel wenigstens nicht mehr rein. Und wenn die Migranten kommen machen wir wieder auf fromme Christen. Und wenn Jesus in den Augen der heutigen gespielten Christen doch einmal unangebrachtes gesprochen hat, wird es mit der so geliebten Verfassung erstickt. Und dann gibt es da noch Wörter wie Islamismus. Gibt es auch Christismus oder Jesuismus oder Bibluismus? Wohl kaum. Und die einfachste Tatsache wird erst gar nicht gesehen. Dass es nämlich gar keinen Islamismus gibt. Entweder lebe ich den Islam, oder ich lebe ihn nicht. Es gibt nur das Wort Islam und keine weitere Beugung in Richtung stark oder schwach. Alle politisierten Begriffe verfolgen ein Ziel zur Anpassung an aktuelle Konflikte. Und die Anpassung folgt dem weltpolitischen Mainstream. Gestaltet durch Geldgeber und Puppenspieler in elitären Schichten. Und die kleinen Leute folgen nur.  Dabei erleben sie ein Gefühl von Gerechtigkeit. Wenn sich jemand antiislamischen Äußerungen anschließt, glaubt er einen sicheren Weg in die Vernunft gefunden zu haben und verfällt in eine ihm ansonsten fremde Begriffswelt. Wenn jemand sein Kind religiös erzieht,  betreibt er in den Augen von Kitas und Tagesstätten schwarze Pädagogik. Dabei sitzt einem das Jugendamt fest im Nacken. Der Eingriff in familiäre Angelegenheiten ist in Deutschland so stark wie sonst nirgendwo. Es wird in Europa oft wiederholt, dass wir ja alle nur Menschen seien. Wenn ein Mensch aber durch ein unerträgliches, unzugängliches und unverschämtes Kind dazu getrieben wird Ohren zu ziehen ist er kein Mensch mehr. Hier darf er keine Schwächen mehr haben. Er darf keine Verzweiflung mehr zeigen. Schuld sind dann nur: Die Eltern natürlich. So lange hier keine Religion im Spiel ist kann man es noch als mittleren Super Gau bezeichnen. Aber wehe die Eltern sind islamischen Glaubens. Es bricht die gespielte, politisierte, vom Mainstream gesteuerte, vom Pseudochristentum unterstützte Panik über das Land herein. Das hier ist die verwirrte Kultur in Europa. Da werden Zitate aus der Bibel ignoriert und Menschen nach lustigem Ermessen kategorisiert, eingestuft und verurteilt. Nur weil die Vergangenheit so bitter schmeckt. Nur weil Jesus und andere Propheten zu scharfsinnig waren. Jesus ist dabei nur ein Vehikel. Denn an die Bibel hält sich in Europa sowieso keiner mehr.

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