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Wir empfinden erfolgreiche Menschen oft als exzentrisch und starr. Vielleicht ist dies der einzige Weg um die andauernde Erfolgswelle mancher Menschen zu begreifen. Natürlich kommt es sehr auf die Weise der Beziehung an,  in der man zu solchen Zeitgenossen steht,  dessen Enthusiasmus man nicht begreift. Noch gibt es Branchen die weder von Social-Networks oder  von anderen Internetriesen  deformiert wurden. Noch bietet die vielfältige Kunst  der digitalen Epidemie die Stirn und ist als eigene Welt zu begreifen.  Die analoge Gestaltung von Form und Farbe ist immer noch die Urform leidenschaftlicher und wahrhaftiger Kunst;  und nichts treibt so an wie selbst erschaffene Werke.

Und es sind Protagonisten wie David Schramm, dessen Leidenschaft zu Form und Farbe über den lebenspraktischen und zweckorientierten Bereich hinausgeht. Er ist Stylist, Friseur und Make-Up Artist, spezialisiert hat er sich aber auf Haare. Schramm hat schon für TV-Sender wie ProSieben und Sat1 gearbeitet,  eine Ausbildung  bei Tony & Guy absolviert und Erfahrungen bei führenden Labels gesammelt. Schramm beschreibt seinen Werdegang  wie ein lang erträumtes Lebensziel.  Er wirkt in seinen Statements unverfroren und gefühlsfrei, als würde man ihm dabei zusehen,  wie er die Leiter in Richtung des gnadenlosen Establishments hinaufklettert.   Irgendwas mit Mode war schon immer sein Wunsch. Zur Findung seines am Anfang noch undeutlichen Traums ist er quer durch die Welt der Global Players in Sachen Schönheit gegangen. Schramm ist einer unter jenen,  die uns gerade deshalb zu klischeebehafteten Assoziationen verleiten, weil nur wenige die Gelegenheit haben ihm zuzuhören. David Schramms Geschichte klingt wie der übliche Lebenslauf eines Underdogs auf dem Weg nach oben, oder etwa die Story eines Internetmillionärs.  Er hatte ein Ziel, eine Vision, ein greifbar erscheinenden Wunsch. Vor allem hatte er Eines: Keine Angst hohe Ziele zu stecken. Vor mir sitzt ein junger Mann von dessen Karriere viele nur träumen können.  David Schramm ist Geschäftsführer eines erfolgreichen Beautysalons in Göggingen bei Augsburg. In den letzten 5 Jahren hat er eine steile Karriere hinter sich gebracht. Doch dem ging Jahre zuvor eine innere Überzeugung voraus, mit dem David Schramm nur die wenigsten überzeugen konnte. „Meine Freunde haben meistens  in  Autozeitschriften geblättert, ich dagegen in Vouge oder der Elle“.  Vor allem musste David über viele Klischees stehen, welche in Bezug auf Männer gepflegt werden,  die sich auf einem scheinbar unmännlichen Terrain bewegen. Und wie jede andere Branche kann sicherlich auch die Bühne der  Beautywelt unangenehme Wahrheiten auf dem Weg nach oben bieten. Da wären Intrigen von nahestehenden Personen und Menschen die einem immer  Steine in den Weg stellen. „Mir war es egal, ich habe auch dadurch viele Freunde verloren“, lässt uns  David wissen. Erfolg braucht Prioritäten.

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Auch wenn diese Sichtweise zunächst egoistisch klingt, wirkt David alles andere als das. Er hat alles in Kauf genommen, ist jeden Tag kilometerweit gefahren und hat zeitweise für seinen Traum an Bahnhöfen schlafen müssen, weil er so kurzfristig keine Bleibe finden konnte. „Ich habe von der Hand in den Mund gelebt“, sagt Schramm und macht uns damit klar, dass er nichts von all diesem Erfolg geschenkt bekommen hat. Nichts konnte ihn davon abbringen  seinem Ziel zu folgen.  „Mein erstes Ziel war Model zu werden. Ich habe dann aber festgestellt,  dass es so gar nicht meins ist,  vor der Kamera zu stehen und ständig zu grinsen“. Vor allem störte ihn das sinnfreie Hungern vor den Shootings oder Auftritten. Vielmehr hat er sich für das Handwerk der kosmetischen Schönheit interessiert.  Für Haare und Make-Up. In Paris musste er feststellen, dass man nicht beides machen kann. Entweder Haare,  oder Make-Up.  Dort ist Schramm Aisha Rokowski begegnet. Sie ist  eine Mischung aus Make-Up Artistin und Motivationstrainerin. Unter anderem hat sie die erste Frau für das Erklimmen des Mount Everest vorbereitet. Dort hat Schramm assistiert, sich erweitert. Als er nach Deutschland zurückkam hat er gedacht,  dass er schon kurz vor seinem Ziel steht.  In Wirklichkeit musste er sich noch bei den bedeutendsten Labels unter Beweis stellen. Zunächst konnte er sich als Visagist bei Yves Saint Laurent betätigen, bis ihm sich die Tore von Giorgio Armani öffneten und er zum jüngsten national Face Designer aufstieg. Schramm setzte neue Make-Up Trends und konnte gleichzeitig seine Fähigkeiten erproben. Trotz dieses Höhenflugs ist er in Deutschland und vor allem auf dem Boden geblieben und betreibt seinen eigenen Friseursalon. Familie und vertraute Umgebung ist Schramm besonders wichtig. Er scheut es nicht, zum Ausdruck zu bringen, dass er schon immer gewusst hat in dieser Richtung Begabungen gehabt zu haben. „ Es gibt oft Situationen, in denen Menschen mir sagen wie unangenehm ich  bin“, antwortet David auf die Frage in Bezug auf seinen Perfektionismus. Er weiß, dass nur wenige Menschen seinen Anforderungen und seinem Lifestyle gerecht werden können.

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Dieser vielleicht unangenehme Nebeneffekt ist begründet. Denn in seiner Branche ist der eigene Name das primäre Verkaufsprodukt. „Ich sehe Dinge, die andere vielleicht nicht sehen und das empfinden viele als negative Kritik“, erläutert Schramm weiter. Schramm wirkt in jedem seiner Sätze entschlossen und man spürt die Willenskraft, welche durch Fall und Aufstieg geradezu geformt wurde. Als wichtigsten Teil des Charakters sieht Schramm den Willen in Verbindung mit Ehrlichkeit. Für eine konstruktive Zusammenarbeit sei aber das Zwischenmenschliche  unabdingbar. „Mein Ehrgeiz hat mein Talent stets übertroffen“,  sagt Schramm. Mann sollte sich also nie wehrlos einem Vorwurf der Utopie entgegenstellen. Ein Begriff den aber Schramm wohl keineswegs ernstgenommen hat. Er hat inzwischen auch schon mit Starfriseur Udo Walz zusammengearbeitet der unter anderem Kosmetikartikel für  professionelles Haarstyling verkauft. Auf die Frage ob er noch größere Ziele verfolgt, antwortet er, dass er darüber gar nicht sprechen dürfe, weil man ihn sonst für verrückt halten würde. Er lächelt.

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