Der Regisseur Steve Miner hat 1992 einen nicht allzu verträumten Streifen über die Konservierung der Lebensdauer gedreht.  Immerhin hatte der Verlauf der Geschichte an ein urmenschliches Bedürfnis angeschlossen. Die Liebe. Das lange Leben ist, seit dem wir Menschen uns den Traum vom Fliegen erfüllt haben,  das nächste große Ziel unserer wahnsinnigen Entwicklung.

Aber Liebe ist wohl nicht bei allen Forschern ein Beweggrund für solch revolutionäre Bemühungen. Und irgendwo endet es doch; das lange und auf die Dauer schlauchende Leben, von dem wir womöglich immer mehr erwarten als es geben kann. Es endet bei dieser Angelegenheit auch irgendwann der Gedanke. Nämlich bei der Frage,  wo das alles eigentlich hinführen soll. Damit wir noch mehr Unheil anrichten können? Starforscher  Luc Montagnier hatte sich während seinen aufsehenerregenden Forschungsarbeiten wohl viel mehr auf die wissenschaftlichen Fragen konzentriert, als sich über ethische Angelegenheiten den Kopf zu zerbrechen.

Ziel war die Prävention altersbedingter Krankheiten,  um so letztendlich die Lebenserwartung anzuheben.  Zunächst einmal klingt es vielversprechend und sinnvoll. Und wir möchten fast sagen, dass wir der Medizin dankbar sind Heute ein langes und zugleich gesundes Leben führen zu können.  Aber wann grenzt die gutgemeinte Forschung an krankhaft anmutende Werke eines  „Mad Scientist“. Und mal ehrlich, welcher Professor würde zugeben,  dass seine Visionen den Bereich der greifbaren Realität verlassen haben? Ein überdrehter und selbstbrötlerischer Stereotyp ist uns zwar aus allen Schichten der Gesellschaft  bekannt,  birgt  aber bei einem Wissenschaftler einen beängstigenden Beigeschmack. Zurück zu Montagnier.

Der französische Nobelpreisträger und Virologe  hatte im Juli 2010 schon allen über  Homöopathie  lästernden Neo-Realisten das Mundwerk gestopft. In einer komplizierten aber einleuchtenden Darlegung über gelöster DNS Reste im Wasser,  beschrieb er  die damit verbundene Möglichkeit,  altersbedingter Krankheiten wie Alzheimer  besser kontrollieren,  oder gar verhindern zu können. Lösungen die die DNS eines Virus oder Bakteriums enthalten, würden Radiowellen im Niedrigfrequenzbereich ausstrahlen.  Diese wiederum würden die Wasser-Moleküle dazu veranlassen, sich in spezifische Nano-Strukturen anzuordnen. Und wozu das Ganze?  Die Dadurch entstandene Frequenz-Signatur könne helfen,  das im Blut enthaltene Wasser praktisch zu lesen.

Die Behauptung,  dass Wasser angeblich aufnehmen und speichern  könnte,  würde  so manch überambitionierten Kandidaten aus der medizinischen Reihe die wissenschaftliche Karriere kosten. Nicht so bei Montagnier. Er ist sich im Klaren,  welch großen Kredit er durch die Entdeckung des HI- Virus vorausgeschickt hat. Und mit der Ethik hat er anscheinend auch kein Problem. Immerhin hat er  in einem Interview für House of Numbers geradeaus gesagt, dass HIV durch eine gesunde Lebensweise und ein ernährungsbewusstes Verhalten besiegt werden kann. Nun macht es wenig Sinn, ihn aus der wissenschaftlichen Liga zu moppen. Der Kapitän stirbt bekanntlich im Schiff. Und dass der weltweite Hunger hinter dem Kontrast der Aids-Forschung untergeht, ist ja auch nicht wirklich gelogen. Doch Montagnier ist nicht der einzige Wissenschaftler der durch ein plötzlich unerwartetes  Manöver seine Sparte verunsicherte.

Da war zum Beispiel Linus Carl Pauling. Der 1994 verstorbene Nobelpreisträger für Chemie behauptete,  die Widerstandskraft des Organismus durch  eine erhöhte Vitamin C Konzentration deutlich anheben zu können, um dadurch Grippe vorzubeugen. Pauling empfahl  den Konsum in Grammengen, also weit über der empfohlenen Tagesdosis. Theoretisch könnte dadurch unsere Lebenserwartung auch angehoben werden, würde das Vitamin wie gewünscht wirken. Heute sind sich Wissenschaftler einig, dass diese Annahme nicht haltbar ist. Aber so unmöglich und verworren ist der Traum vom langen und gesunden Leben nicht.

Die TRP Kanäle zum Beispiel bieten eine Möglichkeit das Leben zumindest um 14 % zu verlängern und dabei auch noch den Stoffwechsel anzukurbeln. Dazu muss der sogenannte TRPV1 Schmerzrezeptor durch gezieltes Verzerren scharfer Chillispeisen lahmgelegt werden. Auch das Risiko an Diabetes oder Fettleibigkeit zu erkranken, sinkt dadurch deutlich. Wie auch immer. Lange leben wollen wir ja nicht in jeder Situation. Und wir wissen nicht einmal, ob es anderen Menschen die uns kennen, recht ist,  dass wir noch länger leben. Ich meine, man muss ja Rücksicht auf seine Mitmenschen nehmen. Oder?

Please follow and like us:
0
20
Pin Share20

Comments

comments