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Es gehört zum Nebeneffekt eines kultverdächtigen Trends, dass man auf Schritt und Tritt von einem eben ausgebrochenen Wahnsinn verfolgt wird. Verfolgt fühlt man sich bisweilen am stärksten von immateriell scheinenden Machtunternehmen im Netz. Es fühlt sich an, als wären wir an der Spitze der Digitalen Revolution angekommen. Kinder lesen und spielen nicht mehr freiwillig. Alle Kulturen der Welt befinden sich im rasanten Wandel. Eltern sehen sich hilflos der ” Zweiten Moderne” ausgeliefert. Dabei ist unsere Kreativität gefragt wie noch nie zuvor. Wir sind jederzeit in der Lage eine tiefgreifende Veränderung herbeizuführen. Denn gerade wenn uns etwas zuwider läuft, können wir die tatsächliche Kraft unserer Fähigkeiten und Überzeugungen prüfen. Wollen wir unser geistiges Gut und all unsere Erfahrungen an die kommende Generation nachhaltig weitergeben, so müssen wir in der Lage sein den gegnerischen Mitspieler auszuschalten. Dieser ist und bleibt in nächster Zeit das internet.. Wirklich? Oft hilft auch das Einfache gegen das Komplizierte und Undurchdringliche. Zur Zeit jedenfalls ist es nicht irgendein Unternehmen aus dem Internet, das von sich Reden macht und Millionen Fans begeistert. Und im Gegensatz zu Produkten aus den” Neuen Medien” kennt diese Erfindung keine Altergrenzen und schon gar keine politischen Motive. Es ist die Erfindung eines malaysischstämmigen Vaters der nicht mehr wollte als seine beiden Töchter zu überzeugen. Der Sicherheitsingenieur Cheong Choon Ng hatte wohl alles andere im Sinn, als dadurch einmal Millionär zu werden. Schon im Herbst 2013 wurde er zum besten Spieleerfinder der USA gewählt. Zu Anfang beobachtete er gelegentlich wie seine Töchter versuchten Haargummis miteinander zu verbinden. Zur Vereinfachung entwickelte er ein Webrahmen. Er mischte mit und aus Spiel wurde Ernst. Heute gehören Loomvideos zu den angesagtesten auf You Tube. Begonnen hatte der Trend in den USA schon 2011. Und das Loom-Fieber hat auch schon längst die gehobene Society in Hollywood erreicht, wo Stars selbstgemachte Exemplare an den Armen tragen. Nun sammelt man also Loombänder und veranstaltet Loom-Contests. Vermutlich ist es die Freiheit der Möglichkeiten die Raum für Individualität schafft. Vermutlich auch die lang ersehnte Ruhe und Meditation die wir im Internet vergeblich suchen. Durch die Farben werden unsere Augen angesprochen. Durch die Arbeit unser Geist. Man fühlt sich weder überfordert noch unterfordert. Also…..machen wir doch ein Paar Loom-Bänder!

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