Der soziale Status ist weiterhin maßgeblich für den vertikalen Erfolg junger Berufsanfänger. Viele Arbeitgeber entscheiden bei der Vergabe ihrer verfügbaren Stellen vordergründig nach ethnischen Kriterien. Damit dämmen sie nicht nur das mögliche Potenzial der wirtschaftlichen Dynamik hierzulande ein, sondern vertiefen auch Missstände und das soziale Gefälle welche sich durch die Ablehnung zwischen Deutschen und den in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund ergeben. Während die Politik den Fachkräftemangel zu beheben sucht, weht aus der freien Marktwirtschaft ein Gegenwind. Es sind vermehrt Akademiker mit Migrationshintergrund die auf dem Arbeitsmarkt keinen Fuß fassen können. Das geht aus den statistischen Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor.

Die Gründe können auf eine unbewusst diskriminierende Haltung der Arbeitgeber zurückgeführt werden. Es wird jedoch vermutet, dass ein großer Teil der Unternehmer ihre Ressentiments trotz wachsender Integrationsbereitschaft nicht abbauen können. Die IZA in Bonn kam nach einer Studie zu einem ähnlichen Ergebnis. Demnach kann schon ein türkisch klingender Name der ausschlaggebende Grund für eine Absage sein. Die Universität Konstanz hat hierzu eine bezeichnende Studie durchgeführt. 1000 inhaltlich gleichwertige Bewerbungen wurden für eine Praktikumsstelle für Wirtschaftsstudenten verschickt. Die fiktiven türkischen Bewerber bekamen 14% weniger positive Antworten wiewohl sie sich als deutsche Staatsbürger ausgegeben hatten.

Bislang jedoch gibt es in Deutschland keine übergreifende Datenerfassung von Diskriminierungsfällen. Wie sehr man auch dieses Thema unter den Teppich kehrt, werden uns die Zahlen immer wieder einholen. Die alltägliche Diskriminierung und die Aufrechterhaltung destruktiver Anschauung gegenüber fremde Menschen werden dieses Land, in dem womit es sich eigentlich auszuzeichnen sucht, ausbremsen und einen gesellschaftlichen Infarkt auslösen. Die Enttäuschung wird sich in der ohnehin schon wachsenden Distanzierung zwischen Bürgern mit Migrationshintergrund und Einheimischen zeigen. Die ablehnende Haltung gegenüber Migranten lässt sich aber nicht nur in Deutschland beobachten. Internationale Untersuchungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben Ergebnisse vorgelegt, die uns an die Zustände in Deutschland erinnern. Die Forschungen haben ergeben, dass Nachkommen aus Einwandererfamilien bei gleichen Voraussetzungen drei bis viermal mehr Bewerbungen schreiben müssen als ihre einheimischen Mitbewerber.

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