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Kurzes Kleid und halterlose Strümpfe. Wilkommen in der unschuldigen Welt von Mia.

Lange Beine, dünne Arme, Wespentaille, viel zu enge Kleider und eine fiktive quietschbunte Welt in der die Schönen Wesen gegen das Ungerechte kämpfen. Das ist das Repertoire, an dem sich die Zeichentrickbranche seit längerem bedient, um immer mehr Kinder vor das Fernsehen zu locken. Ganz dem aktuellen Trend der zügellosen Videos der Popwelt entsprechend, wird hier mit den wichtigsten Elementen der Sexualisierung gearbeitet. Klare Vorgabe des weiblichen Verhaltens und der Rollenzugehörigkeit werden hier über optische Reize definiert.

Protagonisten dieser Cartoon Sexualisierung sind Mia and Me, Barbie aus Oceana oder die Prinzessinenakademie. Würden sich Kinder im Alltag exakt so kleiden wollen wie ihre Stars, würden sie sich womöglich der großen Gefahr sexueller Übergriffe aussetzen. Mit der scheinbar monotonen Gutmütigkeit und dem standhaften Willen zum Frieden werben die Figuren für eine klare Position in ihren Rollen. Sexy Kleider sind da nur Nebensache.

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In Mia and Me trägt Mia Kleider die höchsten in Sexshops zu erwerben sind.

Disney hat derzeit ein großes Angebot an Barbie-Filmen jeglicher Art. Wichtig sind vor allem Farben. Je weiter sie von unserer real gelebten Welt stehen, desto höher die Erfolgsquote bei Kindern die an Elfen glauben, aber gleichzeitig wissen, dass sie nie einer begegnen werden. Hier werden ungehemmt abgefertigte Ideologie und ein normatives Weltbild geliefert, ohne dabei das unvoreingenommene Denken anzuregen. Kinder werden von der Vielfältigkeit der dargestellten Welt und der darin unbegrenzten Möglichkeiten geradezu überschwemmt. Dementsprechend sind die Erwartungen im wirklichen Leben. Die Natur und die umgebende soziale Welt werden als reizlos empfunden. Die Farben außerhalb der Barbie-Welt sind blass.

Die Barbies aus Disneys Welt sind immer freizügig gekleidet.

Die Barbies aus Disneys Welt sind immer freizügig gekleidet.

Die Sozialkompetenz richtet sich genau nach dem vorgegebenen Schema der Zeichentrickfilme solcher Art. Die Erfahrungen im Umgang mit Menschen, welche nicht fliegen können oder zu knappe und bunte Kleider tragen, sind rar. Vor allem aber ist die kritiklose Übernahme vorgegebener Geschichten ein wesentliches Problem. Die verstärkte Projektion dieser vorgegebenen Welt in die reale ist so erhöht, dass tatsächliche Auslöser oder Gründe für Konflikte nicht erkannt oder falsch eingestuft werden. Das kann dazu führen, dass Kinder durch dieses gestörte Weltbild vermehrt in soziale Konflikte geraten und diese auch dauerhaft nicht lösen können. Eine Vereinsamung droht und die Verzweiflung durch vermehrt nicht eingetroffene Erwartungen steht bevor.

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