Der vielfach genutzte und erfolgreich vermarktete Arzneistoff Paracetamol weist bislang unbekannte Nebenwirkungen auf.

Das berichtet die Online-Wissenschaftsplattform wissenschaft aktuell. Amerikanische Psychologen wollen emotionshemmende Nebenwirkungen nachgewiesen haben. In einer umfassenden Studie wurde die Stärke emotionaler Empfindungen junger Studienteilnehmer getestet. In einer Gruppe wurde dabei ein Placebo verabreicht. Beiden Gruppen wurden dabei Bilder gezeigt, welche die negativen und positiven Emotionen reizen sollten. Die Teilnehmer haben ihre Empfindungen auf einer Skala von 1-10 mitgeteilt. Die Studie wurde von Baldwin Way geleitet, einem Forscher der State University in Columbus. Vielen Konsumenten ist dabei der Wirkungsbereich des Arzneistoffs nicht klar bewusst. Das kommt nicht von ungefähr. Selbst in der Pharmaindustrie ist der Wirkmechanismus von Paracetamol nicht vollständig geklärt. Im Gehirn und Rückenmark unterdrückt der Wirkstoff nachweislich durch Hemmung der Prostaglandinproduktion die Weiterleitung und Wahrnehmung von Schmerz. Aber eben auch die Wahrnehmung emotionaler Schlüsselreize. Der erstmals 1893 im Urin eines Menschen nachgewiesene Wirkstoff steht heute auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der WHO. Die Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase-2 (COX-2) gehört zur Hauptwirkung von Paracetamol. Dieses Enzym steuert die Bildung von körpereigenen Botenstoffen, den Prostaglandinen. Letztere werden bei Entzündungen freigesetzt. Prostaglandine reizen ebenso die Nervenenden, sind aber auch an der Schmerzweiterleitung und -wahrnehmung im Gehirn beteiligt.

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