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Viele Kinder kommen oft verzweifelt und gedemütigt von der Schule nach Hause. Die meisten schweigen und ertragen die tägliche Tortur. In der Hoffnung irgendwann einmal von der hänselnden Gruppe in der Klasse vergessen zu werden, neigen die meisten Schüler dazu nichts ihren Eltern zu erzählen.

Oft zeigt sich ihre Angst in der schnellen Ausschöpfung der Energie, etwa zum Lernen oder in der Alltagsbewältigung. Da sich Mobbing meist unauffällig heranschleicht, suchen Betroffene zuerst nach Fehlern bei sich und erkennen erste Anzeichen nicht. Vor allem Kinder sind sich nicht im Klaren in welcher Schwierigkeit sie sich befinden. In Deutschland wird nach neuesten Studien zu Folge in jeder Schule täglich gemobbt. Ins Visier geriet dabei auch immer mehr die Psyche des Mobbenden. Seine komplexe Persönlichkeit weist zumindest bei Erwachsenen auf ein schwer gestörtes Weltbild, eine tief gespaltene Persönlichkeit, oder einen tief sitzendes Minderwertigkeitsgefühl hin.

Nach Dutschmann (2004) werden Mobber nach sieben Kategorien unterteilt. Darunter kommen am häufigsten Macht-, Angst- und Lustmobber vor. Der häufigste Grund jedoch entsteht aus dem Neid heraus. In der Schule soll es die Zusammengehörigkeit einer Gruppe zum Ausdruck bringen und jedes Mitglied möchte sich vor einer „Ausmusterung“ schützen und folgt dem Verhalten der Gruppe. Ein nicht aktueller Kleidungsstil, Auffälligkeiten sozialer Umstände oder das geringe Einkommen der Familie können schon ausreichen um ein Mobbing-Programm auszulösen. Wenn sich Eltern bestimmte Spielzeuge oder Kleidungsstücke nicht leisten können, laufen die Kinder Gefahr, als Mobbing-Opfer täglich attackiert zu werden. Dabei sind die Folgen so schwerwiegend, dass man es mit körperlicher Misshandlung gleichsetzen kann. Forscher sprechen nach einer aktuellen Studie von schwerwiegenderen Folgen. „Gemobbt zu werden, ist nicht einfach nur ein harmloser oder unvermeidlicher Teil des Erwachsenwerdens, sondern hat schwerwiegende Langzeitfolgen”, erläuterte Dieter Wolke von der University of Warwick.

Für die Studie verwendeten die Forscher um Wolke Daten von mehr als 4000 US-amerikanischen Kindern die im Alter von acht, zehn und zwölf Jahren zu Mobbing befragt wurden. Gleichzeitig wurden Angaben zu körperlichen Misshandlungen von Müttern erhoben. Eine ähnliche Studie wurde zum Vergleich in England durchgeführt. Spätere Befragungen in beiden Erhebungen ergaben, dass körperliche Misshandlungen alleine nicht zu solchen psychischen Folgen führten, wie sie bei Mobbing-Opfern festgestellt werden konnten. Junge Erwachsene die im frühen Alter gemobbt wurden gaben häufiger Depressionen und Angststörungen an als jene die „nur“ körperlich misshandelt wurden. Noch immer sind sich Lehrer unsicher, ob in einer bestimmten Situation Mobbing vorliegt oder nicht. Jeder der sich aus einer Situation heraushält in der jemand ausgelacht oder bloßgestellt wird, ermöglicht und unterstützt Mobbing, und zwar nicht nur passiv. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig dem Kind nahe zu bringen, dass es über jede Angelegenheit sorglos sprechen kann. Eltern von Mobbing-Tätern sollten über den Lehrer gezielt dazu angehalten werden das Verhalten ihrer Kinder zu sanktionieren. Gegebenenfalls sollte auch das Jugendamt über die Tragweite der Folgen aufgeklärt werden, um zusätzlich Druck auszuüben.

 

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