Hasskommentare, Neonazi-Bewegungen und Ideologische Schlammschlachten. Deutschland befindet sich in einer neuen moralischen und politischen Selbstfindungsphase. Bislang unangefochtene Werte welche ihre Wurzeln bereits nach dem 2.Weltkrieg geschlagen hatten, stehen einer bislang ungekannten Welle von Zweifel und Missverständnissen gegenüber. All das spielt sich im Schatten der amerikanischen Nahost Politik ab.
Der anhaltende Flüchtlingszustrom wird den demografischen Wandel in dem sich Deutschland ohnehin befindet langfristig prägen und lässt verschiedenste Vermutungen über das Bild der zukünftigen Bevölkerung Deutschlands zu. Denn die Folgen der weltweiten Flüchtlingswanderung lassen auch die Bevölkerungsentwicklung in der Bundesrepublik nicht unberührt. Auf dem Demografiegipfel der Bundesregierung die einen Dialogprozess zur Gestaltung des demografischen Wandels umzusetzen sucht, wurden einige bevorstehende Aufgaben angesprochen. So wird sich die Bundesregierung auf schnellstem Weg mit den sich daraus ergebenden Herausforderungen in der Bildungs- und Sozialpolitik beschäftigen müssen. Denn eines lässt sich nicht verleugnen: Deutschland wird sich in den kommenden 20-30 Jahren so sehr verändern wie kein anderes Land in der EU. Der Einfluss politischer Geschehnisse außerhalb Deutschlands zeigt seine Wirkung so gut wie noch nie zuvor. Diese steht in unmittelbarer Wechselwirkung mit der daraus resultierenden Außenpolitik, dessen klare Linie durch nicht unerhebliche Faktoren aus den USA gesteuert wird. Die anhaltenden Unruhen im Nahen Osten stehen im engen Zusammenhang mit der komplexen Vernetzung des Waffenexports an dem auch Deutschland nicht unbeteiligt ist und war. Nun spaltet sich auch die deutsche Bevölkerung in bunt gemischte Lager. In Internetforen und den sozialen Netzwerken spiegelt sich die politisch gereizte Stimmung wider. Ein Situation in der Ideologien eine Wiedergeburt erleben die Deutschland einst vernichtet hatten. Ein Moment in dem Wertevorstellungen auf die Probe gestellt werden, denen sich Deutschland in seinen dunkelsten Stunden verschrieben hatte.
Viele datieren den Beginn der weltweit wahnwitzigen Terrorpolitik auf den 11.September. Damals schien sich eine einhellige Meinung zur weltweiten Operation gegen den internationalen Terror herauszukristallisieren. Man reichte sich die Hände, trauerte über Verluste und riss zugleich das moralische Parameter an sich. Dann folgten Kriege und Tote. Sechzehn Jahre nach Vernichtung und politischer Intrigen ist der Aufschrei in Deutschland groß. Was habe Deutschland mit dem Nahen Osten zu tun heißt es. Es begann mit dem brüderlichen Zusammenhalt des Westens. Und immer ging es um eine moralische Angelegenheit, um Ideale, um den Frieden und um eine Figur dass das Böse symbolisierte. Ein makabres Gegenpol des schlechten Gewissens. Eine kranke Art Mord und Totschlag zu begründen. Zuerst waren es Bin Laden und die Al Qaida. Später die IS. Und immer wieder der als bedrohliche empfundene Islam. Augenfällig ist auch, dass die USA stets in Konflikte involviert war, deren geographische und politische Bedeutung in einem ungesunden Verhältnis mit den Auswirkungen der Kriegsführung standen. Und Deutschland ließ sich in den Sog des Kriegs gegen eine imaginäre Bedrohung hereinziehen. Unbemannte Drohnen wurden von Deutschland aus gesteuert. Terrorverdächtige auf deutschem Boden entführt und in Gefängnisse verschleppt die Amnesty International unbekannt sind.
Dieser Sommer ist in seinem Ausmaß und der politischen Herausforderungen in dem sich nahezu jeder Teil der Bevölkerung angesprochen und beteiligt fühlt, als Meilenstein in der demographischen und innerpolitischen Entwicklung Deutschlands zu sehen. Zugleich ist es ein Zeugnis von Handlungen dessen Tragweite Deutschland mit seinen eigenen Händen vorausgeschickt hat. Denn der Preis für eine kapitalistisch gesteuerte Pflichtdiplomatie ist stets Blut und Verrat. Was die machtlose Bevölkerung kennt ist nur die Angst. Angst vor Verlusten über Dinge die man nicht besitzt. Die Angst über den Untergang der deutschen Kultur beispielsweise setzt die Kenntnis über einzelne Bereiche dieser Kultur voraus. Aber jene die eine solche Angst schüren, sind zugleich auch jene, die keinerlei Kenntnisse über diese besitzen. Es ist der Aufstand von Menschen die ihre irrwitzigen Ressentiments mit selbsterfundenen Geschichten aufrechterhalten. Und es sind jene die den Krieg gegen den Nahen Osten mit Jubel begrüßt hatten. Solche die den Islam mit Terrorismus gleichgesetzten. Solche die den Islam und all ihre Anhänger verteufelten. Am Ende gab es nur noch zwei Wörter: Islamisierung und Terror. Im Zenit dieser Aufwiegelei stehen sich Amerika und der Nahe Osten gegenüber und haben jegliche Menschlichkeit ausgeschaltet. Und nun wo man die neuzeitliche Völkerwanderung durch eigenes Fehlverhalten motorisiert hat, möchte man die Katastrophe auf schnellstem Weg abwenden und glaubt in den abwegigsten Theorien die Ursache gefunden zu haben. Die Flüchtlinge werden als Sozialschmarotzer und Wirtschaftsgeier dämonisiert. Deren eigene Unfähigkeit sozialpolitische und ökonomische Kenntnisse zu erlangen seien Schuld an den Unruhen und Konflikten. Angesprochen fühlen sich ebenso Neonazis und vermeintlich liberale Kritiker der Flüchtlingspolitik.Es kocht eine Suppe aus politischem und gesellschaftlichem Wirrwarr Das ändert aber nichts an der Tatsache das Deutschland sich durch seine bedingungslose Freundschaft mit den USA und Israel zur Bewältigung des Flüchtlingsstroms verpflichtet hat.

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