Die Fettleibigkeit war in den vergangenen Jahren zum Gegenstand von Untersuchungen aus den verschiedensten Bereichen der Wissenschaft geworden. Zuletzt hatte sich die Erkenntnis verbreitet, dass alle Versuche abzunehmen in den meisten Fällen sinnlos seien. Die Anzahl der Fettzellen, welche ab einem bestimmten Alter festgelegt würden, seien nicht zu reduzieren. Immer wieder drang auch der soziale Aspekt durch, dass Menschen aus den unteren sozialen Schichten öfter an Fettleibigkeit erkranken würden als jene denen keine finanziellen Barrieren im Weg stehen. Wenig später wandelte sich diese negativ behaftete Thematisierung ungewollter Pfunde in eine ästhetische Frage um. Nun betonten mollige Vorkämpferinnen der Emanzipation bewusst ihre Rettungsringe und setzten einen neuen Trend in der Erscheinungsform der weiblichen Erotik. Oft werden insbesondere fettleibige Frauen als realitätsferne, faule und egoistische Selbstvermarkter dargestellt, die ihre hauswirtschaftliche Karriere mit Allgemeinwissen verwechseln. Fettleibigen Familien wird unkontrolliertes Essen vorgeworfen. Nun hat die Forschung eine Erkenntnis zu Tage gefördert, dessen Ergebnisse der weitverbreiteten Meinung gegenüber der Fettleibigkeit einen sachlichen Boden verleihen könnte. Um im Rahmen zu bleiben: Fettleibigkeit ist nur zum Teil auf das eigene Verschulden zurückzuführen. Denn einige Menschen treiben ihr Leben lang Sport und sind dennoch ständig gefährdet zuzunehmen. Nach Berichten der New England Journal of Medicine stellt der Austausch einer einzigen DNA Base im Erbgut der Fettzellen die Trennlinie zwischen Fettverbrennung und Fettspeicherung dar. Das bedeutet, dass nur eine einzige Base ausgetauscht werden müsste, um das Problem der Fettspeicherung zu beheben. Schon lange stehen die Aktivitäten bestimmter Genregionen unter Verdacht. Nun wurde dieser Verdacht im Rahmen einer umfassenden Studie bestätigt. Demnach wurden zwei Gene (IRX3 und IRX5) ausgemacht, die die Vorläuferzelle in eine Fettspeicherzelle umwandeln. Dieser Vorgang bringt den Energiehaushalt aus dem Gleichgewicht und führt zu Übergewicht. Mehrere Forscher der TUM, des MIT ( Massachusetts Institute of Technology) und der Harvard Medical School haben untersucht über welchen genetischen Mechanismus diese FTO-Region tatsächlich Übergewicht verursacht. Mittelpunkt der Forschungen war vor allem die Aktivität der FTO Regionen in den unterschiedlichen Gewebetypen der Menschen, die entweder die normale oder die Risikoregion des FTO-Gens trugen. Schon im Jahr 2007 stießen Forscher in ihren Untersuchungen auf eine auffällige Veränderung innerhalb des sogenannten FTO-Gens, das in seiner Rolle zur Fettverarbeitung einen bedeutenden Einfluss hat. Das Risiko Fettleibig zu werden wird zu 22% von dieser Genvariante beeinflusst. Die Studien arbeiteten daran eine mögliche Verbindung zwischen der FTO Region und dem Gehirn auszumachen, um das Verhalten von Appetit und der Neigung zu körperlichen Aktivitäten bei betroffenen Personen zu beleuchten. Das Ergebnis: Es konnte gezeigt werden, dass die regulatorische Region innerhalb von FTO am stärksten in Vorläuferstufen von Fettzellen wirkt – unabhängig von Schaltkreisen im Gehirn. Seitdem ist das FTO Gegenstand der Forschung und gilt als genetischer Auslöser der Fettleibigkeit. Die weit verbreitete Annahme, dass Übergewicht ein gestörtes Verhältnis zwischen Nahrungsaufnahme und Bewegung ist, dominiert jedoch weiterhin. Dabei berichten Betroffene oft, dass sie wenig essen und alle Lebensmittel akribisch auswählen. 500 Millionen Menschen weltweit gelten als schwer übergewichtig. Ein Rätsel dabei warfen Familien auf, in denen nicht nur eine Person, sondern alle angehörigen an Fettleibigkeit leiden. Dies bestätigt die Ergebnisse, dass die Fettleibigkeit auf ein Gendefekt zurückführt. Doch welcher Mechanismus dabei ausgelöst wird, ist bislang noch unklar. Es stellte sich jedoch heraus dass nur in der Risikogruppe zwei bestimmte Gene- IRX3 und IRX5 angeschaltet waren.

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