Menschen nutzen in der Kommunikation körperliche Gesten. Das ist eine zusätzliche Versinnbildlichung und Hilfe unserer weit entwickelten sprachlichen Verbindung untereinander. In einigen Ländern wie Italien, Griechenland oder der Türkei sind es mehr Handbewegungen und Gesten als in den westlichen Staaten, aber alle Menschen nutzen insgesamt die zusätzliche Körpersprache. Bislang ging man davon auch aus, dass Mimiken in Verbindung mit Lautäußerungen lediglich den Menschen vorbehalten war, da man keine Belege in der Tierwelt dafür liefern konnte. Die Beobachtung von Bonobos hat nun zu einer Erkenntnis geführt, dass dieses Verhalten auch in einem bestimmten Kreis der Tierwelt vorkommt. Neben der besonderen Rolle sexueller Kontakte die zur Konfliktlösung dienen, wie es Gottfried Hohmann, Leiter des LuiKotale-Bonobo-Projekts sagt, fordern Weibchen andere Weibchen zur Genitalstimmulation durch körperlichen Kontakt auf, in dem sie ihre Finger zum Zeigen nutzen. Vor allem wenn die Partnerin hinschaut wird dies gezielt wiederholt. Zusätzlich schwingen Bonobo-Weibchen mit der Hüfte, um zur körperlichen Nähe einzuladen. Das haben die Forscherinnen Pamela Heidi Douglas und Liza Moscovice vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig durch gezielte Beobachtung entdeckt. Sie haben über mehrere Jahre hinweg das Verhalten der Bonobos um die Forschungsstation LuiKotale im kongolesischen Regenwald beobachtet. Diese Neuigkeiten werfen Fragen zur Entwicklung der menschlichen Kommunikation auf. Das Kommunikationsverhalten weist dabei Parallelen zu dem der bei den Menschen auf und lässt auch Vermutungen zur sexuellen Verwurzelung der Kommunikation bei Menschen zu. Hohmanns fragt auch, ob der Antrieb der Kommunikation eher in sozialen Absichten, als in den Überlebensinteressen liegt.

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