Bei Menschen die täglich rauchen besteht eine erhöhte Gefahr an Psychosen zu erkranken. Je früher das Rauchen begonnen wird, desto früher stellen sich Auffälligkeiten in dieser Richtung ein. Das hat nun ein Forscherteam um den Wissenschaftler Pedro Gurillo im Rahmen einer Studie herusgefunden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht.

Dieser Ansatz stellt die bislang unangefochtene Annahme unter Forschern, dass Menschen mit einer Psychose rauchen, um besser mit den Symptomen umgehen zu können, auf den Kopf. Zwar konnten die Forscher den Zusammenhang zwischen Nikotinkonsum und Psychosen nicht ausreichend belegen, jedoch zeigt sich ein auffälliger Bezug in den ausgewerteten Studien zwischen Rauchern und Nichtrauchern. Die Studien stammen aus der Zeit zwischen 1980 und 2014. Durch ein mehrstufiges Auswahlverfahren wurde die Studie auf bestimmte Schlüsselwörter hin geprüft. Ausgewählte Studien wurden auf die Verwertbarkeit ihrer Methodik hin untersucht. Die Ergebnisse aus 61 verschiedenen Abhandlungen wurden in einer Metaanalyse zusammengeführt und ausgewertet. Dabei richtete sich das Verfahren auf vier vorher aufgestellte Hypothesen:

1. Bereits in der Anfangsphase einer Psychose greifen Betroffene häufiger zur Zigarette.
2. Tägliches Rauchen zieht ein erhöhtes Risiko für psychotische Störungen nach sich.
3. Tägliches Rauchen führt dazu, dass eine Psychose früher als normalerweise einsetzt.
4. Je früher Betroffene mit dem Rauchen anfangen, desto höher ist das Risiko für eine psychotische Störung.

Die im Anfangsstadium einer Psychose befindlichen Raucher machten 57% der Erkrankten am Gesamtanteil aus. Weiter konnte schlussgefolgert werden, dass sich die Psychose durch tägliches Rauchen ein Jahr früher einstellt als bei Nichtrauchern. Vermutlich, so die Forscher, wirkt unter anderem auch das im Gehirn überschüssig freigesetzte Dopamin psychosefördernd. In Zusammenhang mit den Psychosen werden als biologische Ursachen auch Stoffwechselstörungen von sogenannten Neurotransmittern (Botenstoffen) gebracht. Es wird angenommen, dass unter anderem Dopamin, Serotonin und Glutamat eine Hauptrolle spielen. Diese noch nicht ausreichend untersuchte Annahme rührt beispielsweise aus der Tatsache, dass Medikamente gegen die Symptome von Psychosen Dopamin-blockierend sind. Die University of Birmingham konnte ebenfalls eine Studie zwischen dem Rauchen und Psychosen schlussfolgernd durchführen. Untersucht wurde die Wirkung des Rauchstopps auf psychisches Befinden nach mindestens sechs Wochen. Die Psyche der Betroffenen hatte sich deutlich gebessert. Hieraus entsteht jedoch auch die Gefahr für Betroffene die gewöhnlichen Entzugserscheinungen mit Psychosen zu verwechseln.

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