Unser Gehirn reagiert auf ungesunde und fettreiche Ernährung, in dem es die Glukoseversorung auf Kosten der Muskel- und Fettzellen für sich beansprucht. Verantwortlich hierfür sind spezialisierte Wachstumshormone die direkt an der Blut-Hirn-Schranke freigesetzt werden.

Die Folgen fettreicher und unausgewogener Ernährung dürften vielen Menschen bekannt sein. Anhaltendes Übergewicht löst eine Kette von Erkrankungen aus. Neben Kurzatmigkeit, Bluthochdruck und Gelenkschmerzen ist die in unserer Gesellschaft weit verbreitete Zuckerkrankheit Diabetes mellitus eine Folgeerkrankung, dessen Verbreitung sich weder auf bestimmte Altersklassen noch soziale Schichten begrenzen lässt. Sie entwickelt sich heimtückisch und schleichend. Epidemiologische Erhebungen für das Jahr 2007 brachten hervor, dass die Diabetesprävalenz in Deutschland bei 8,9% lag. Das sind 7 Mio. Menschen. 90% der erkrankten Menschen litten dabei an Typ 2. Forscher des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselstörung haben die Liste der gravierenden Folgen des gestörten Blutzuckerspiegels um eine besondere Auswirkung auf das Gehirn erweitert.

Dazu haben die Forscher das Gehirn der Mäuse beobachtet. „Eine fettreiche Diät senkt schon nach drei Tagen die Aufnahme des Blutzuckers Glukose in das Gehirn. Das Gehirn hungert also, obwohl die Mäuse täglich viele Kalorien zu sich nehmen. Verantwortlich dafür ist das Protein GLUT-1, welches der wichtigste Glukose-Transporter an der Blut-Hirn-Schranke ist“, erklärt Alexander Jais, Autor der Studie. So wird angenommen, dass die Rückbildung des GLUT-1 Transporters auf die freien gesättigten Fettsäuren zurückzuführen ist. Diese wirken demnach toxisch an der Blut-Hirn-Schranke. Gehirnregionen wie der Hypothalamus der für den Stoffwechsel zuständig ist, können nicht mehr mit Glukose versorgt werden. Das erklärt auch die Gewichtszunahme. Auch die Hirnrinde die für das Lernen und die Erinnerung zuständig ist, wird in seiner Funktion stark eingeschränkt.

Um den Energiehaushalt des Gehirns im Gleichgewicht zu halten, produzieren spezialisierte Zellen, sogenannte Makrophagen, den Wachstumshormon VEGF. Der wiederum steigert die Bildung von GLUT-1 und wird an den Gefäßzellen der Blut-Hirn-Schranke freigesetzt. Trotz der fortgesetzten fettreichen Nahrungsaufnahme normalisiert sich der Glukosespiegel nach nur wenigen Wochen. Doch die Aufrechterhaltung der ausgeglichenen Versorgung des Gehirns mit Glukose hat seinen Preis. Bei fortgeführter fettreicher Ernährung wird der Appetit auf süße Nahrungsmittel gestärkt und die Aufnahme in Muskeln und Fett verhindert. Zellen und Muskulatur bilden eine Resistenz gegen das Körpereigene Hormon Insulin das für die Versorgung der Zellen mit Zucker verantwortlich ist.

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