Ab 1972 sorgten drei afrikanische Männer die mit den Lastern des französischen Kolonialismus betraut waren für intellektuelle Aufregung in Paris. Die Studenten Léopold Sédar Senghor, Aimé Césaire aus Martinique und Léon Gontran Damas aus Französisch-Guyana, gaben durch die Gründung der kulturell-literarischen Zeitschrift  „L’Etudiant Noir“den nötigen Anstoß für eine bis dahin nicht dagewesenen Interaktion zwischen der schwarzen Diaspora und der intellektuellen Elite in Paris. Ersterer sollte später senegalesischer Staatspräsident werden. Das in Paris ansässige Magazin ist Ausdruck der sogenannten Négritude, einer philosophisch-intellektuellen Strömung, die für die kulturelle Selbstbehauptung afrikanischer Menschen eintritt. Sie kann zusammengefasst als Befreiungsbewegung verstanden werden und bündelt die durch Gesellschaft und Politik zerstreute Identität schwarzer Menschen zu einer ausdrucksstarken Weltsicht zusammen.

Durch die Umwandlung des ungewissen sozialen Status der Einzelnen in eine politisch hörbare Bewegung, wurde die Grundlage einer neuen geistigen Strömung geschaffen. Vordergründig behandelt die Négritude die Sichtweisen der Europäer zu Afrikanern und deren Kultur, welches sich über die vielfältigen Schriften verbreiteten und mit der sich afrikanische Intellektuelle in den 1930er Jahren befasst hatten. Ibou Diop, Mitarbeiter der Stabstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erklärt, dass das Printwerk lange mit dem Vorwurf zu kämpfen hatte, westeuropäische Vorurteile gegenüber Afrika am Leben zu erhalten. Inzwischen werde es jedoch als ein anerkanntes Magazin-Format wie auch als gelebtes Konzept wahrgenommen. Der KOSMOS-Dialog, den Diob zusammen mit der Afrika-Wissenschaftlerin Susanne Gehrmann von der Humoldt-Universität zu Berlin und Stefan Skupien von AfricAvenir International e.V. initiiert hat, soll Themen aktueller afrikanischer Literatur in den Mittelpunkt stellen. Gefördert wird der Dialog aus Mitteln des Zukunftskonzepts der Humboldt-Universität zu Berlin. Prof. Dr. Souleymane Bachir Diagne von der Columbia University, wird sich den Fragen zu Herausforderungen und der Rolle afrikanischer Literatur in der Gegenwart stellen. Diagne stammt aus dem Senegal und gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Philosophen. Er ist bei der Podiumsdiskussion zu Gast. Zur Beschreibung der Möglichkeiten innerhalb des globalen Zusammenlebens, zieht Diagne den Vergleich aus interreligiösen Konzepten zwischen dem Islam und dem Katholizismus heran.Vor allem wird der Schwerpunkt auf die These der Universalität der Menschenrechte gesetzt.

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