Das Evakuierungschaos und die humanitäre Katastrophe in Aleppo sorgten dieses Wochenende weltweit für reichlich Empörung und Aufschrei. Nun werden die Evakuierungsmaßnahmen wieder aufgenommen. Die Menschen in Ost-Aleppo sollen nach aktuellen Meldungen der Nachrichtenagentur Reuters in die Provinz Idlip und in Stadtteile Aleppos gebracht werden. Die ersten Busse seien unter der Aufsicht des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes bereits eingetroffen. Eine entsprechende Meldung über ein neues Abkommen zu Evakuierung der rebellierten Gebiete traf bereits früh am Samstag ein, in dem ein Rebellenführer und ein Vertreter der syrischen Armee über eine Einigung und die bevorstehende Evakuierung der beiden schiitischen Dörfer al-Fua und Kefraja berichteten. Am Freitag hatten syrische Regierungsbehörden entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung zum Stillstand gebracht und anhaltend behindert. Intensive Luftangriffe der syrischen Armee, die seit Mitte November über Aleppo getobt hatten, trafen die Zivilbevölkerung und das medizinische Personal, so, dass die humanitäre Lage der Zivilbevölkerung sich bedrohlich verschlechterte. Die Versorgung war abgeschnitten.

Amnesty International erhebt schwere Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen gegenüber der internationalen Gemeinschaft. 82 Menschen seien nach Angaben eines UN- Berichts hingerichtet worden. Darunter 11 Frauen und 13 Kinder. Es wird ein erbarmungsloser Rachefeldzug durch die syrische Armee befürchtet. Für Amnesty International steht diese Vermutung sehr nahe, denn schon in den vergangenen Jahren, so die Menschenrechtsorganisation, seien systematische Menschenrechtsverbrechen begangen worden.Zuletzt dokumentierte AI mehr als 17.000 getötete Oppositionelle und über 65.000 “Verschwundene”. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon drückte sich zu syrischen Lage unmissverständlich aus. Der Sicherheitsrat sei seiner herausragenden Verantwortung nicht nachgekommen. Man habe die Menschen in Syrien im Stich gelassen. Das derzeitige Kriegschaos in Syrien ist zugleich Ausdruck eins komplexen Interessengeflechts der am Konflikt beteiligter Staaten. Zuletzt hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem EU-Rat ihre Worte an die „verantwortlichen“ Staaten gerichtet. Russland und Iran, so Merkel, seien für diese Verbrechen mitverantwortlich. Merkel betonte auch, dass der Zugang zu  Aleppo UN-Vertretern gewährt werden müsse, um diese Verbrechen zu ahnden. Einigkeit in allen Medien herrscht vor allem darüber, dass Russland eine große Beteiligung am Ausmaß der Zerstörung zukommt. So auch in der Bundesregierung. Russische Streitkräfte seien an den Luftangriffen auf zivile Gebiete beteiligt gewesen. Versuche des UN-Sicherheitsrates eine Evakuierung der Zivilbevölkerung und Waffenruhe durchzusetzen, seien durch Russland vereitelt worden, so Merkel.

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