In einer randomisierten kontrollierten Studie gelang es dänischen Wissenschaftlern die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren auf Ungeborene während der Spätschwangerschaft nachzuweisen. Demnach kann eine erhöhte Dosis an Fischöl die Häufigkeit asthmatischer Erkrankungen in den ersten 5 Lebensjahren senken.

 

Die vierfach ungesättigte und über weitere Zwischenstufen aus Omega-6 Fettsäure synthetisierte Fettsäure Archidonsäure wird über die Nahrung aufgenommen. Sie spielt zwar nur nebensächlich, aber nicht unerheblich einer im New England Journal of Medicine durchgeführten Studie zufolge eine besondere Rolle bei der Anfälligkeit für asthmatische Erkrankungen. Die Behandlung mit langkettigen, ungesättigten Fischölen in hochdosierten Mengen hat die Häufigkeit von Asthmaerkrankungen in den ersten fünf Lebensjahren demnach nachweislich gesenkt. 736 Frauen die in der 22. bis 26. Woche schwanger waren, nahmen täglich bis zur ersten Woche nach der Entbindung Kapseln ein. In einer Gruppe enthielten die Kapseln Omega-3-Fettsäuren EPH und DHA, in der anderen (Placebogruppe) lediglich Olivenöl. Dabei betrug die EPH/DHA-Konzentration das zehnfache der Menge der durchschnittlichen dänischen Bevölkerung. Die darauf folgenden Untersuchungen an den Kindern ergaben, dass in der Placebogruppe deutlich mehr Kinder am sogenannten „Wheezing“ (Keuchen) litten. Die kontrollierte randomisierte Studie bestätigt die Annahme, dass die Reaktion des Körpers, bei dem fehlende langkettige Omega-3-Fettsäuren EPH und DHA durch Archidonsäure ersetzt werden, die Anfälligkeit für asthmatische Erkrankungen steigert. Leukotrienen, die an Entzündungsreaktionen in Bronchien beteiligt sind, werden von der Archidonsäure abgeleitet.

In Beobachtungsstudien konnte ein Zusammenhang zwischen dem signifikanten Mangel an EPH und DHA in der Schwangerschaft und der erhöhten Rate von Asthmaerkrankungen ausgemacht werden. Insbesondere im Hinblick auf westliche Länder, in denen die Häufigkeit asthmatischer Erkrankungen parallel zum Mangel an Omega-3-Fettsäuen in der Nahrung steht, ist diese Zusammenführung aufschlussreich. Die mangelhafte Aufnahme an Omega-3-Fettsäuren, die ein wichtiger Bestandteil von Zellmembranen sind, wird unter anderem durch die Verwendung von pflanzlichen Ölen beim Kochen und die Tierfütterung durch Getreide begünstigt. Dies führt dazu, dass der Anteil an Omega-6-Fettsäuren in der menschlichen Nahrung insgesamt zugenommen hat. Die Bestandteile EPH und DHA werden im Normalfall mit Hilfe von Enzymen (Desaturasen) aus alpha-Linolensäure synthetisiert, jedoch trifft dies – wie schon in früheren Studien bestätigt- nicht auf alle Menschen zu, da die körpereigene Produktion von EPH und DHA durch bestimmte Genotypen gesenkt wird. Es geht um den Genotyp „rs1535“ in der Fettsäure-Dsaturase 2, dessen Einfluss in der durchgeführten Studie im Rahmen der Copenhagen Prospective Studies on Asthma in Childhood 2010 berücksichtigt wurde. Bei diesen Frauen lag entweder vor Studienbeginn ein niedriger EPH/DHA-Serumspiegel oder eine genetische Variante vor, die die körpereigene Synthese hemmte. Hier konnte durch die Einnahme von Fischölkapseln die Häufigkeit von „Wheezing“ oder Asthma von 34,1 Prozent auf 17,5 Prozent gesenkt werden.

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