Forscher der Oxford Department of Zoology und vom Institut Pasteur analysierten anhand eines Datenmodells die Gelbfieber-Epidemie in Angola und der Demokratischen Republik Kongo in Verbindung mit ökologisch relevanten Daten und der Verbreitung von Moskitos. Aus den genaueren Erkenntnissen konnten die Forscher ein Prognosemodell zur Ausbreitung entwickeln. Begrenzte Impfstoffbestände sollen so effizienter genutzt werden können. Einzelheiten dieser Studie wurden im The Lancet Infectious Diseases veröffentlicht. Die Gelbfieber-Epidemie hat seit Ende 2015 mehr als 7000 Menschen befallen und knapp 400 Todesfälle verursacht. Mithilfe der ausgewerteten Daten möchten die Wissenschaftler eine Vorhersage für nichtbetroffene aber gefährdete Gebiete vorausberechnen. Ziel ist die Interpretation des Gelbfieberausbruchs in seinen technischen Einzelheiten und Faktoren, um die Verbreitung besser zu verstehen. Zudem gelte das angewandte Modell auch für eine Reihe weiterer Krankheiten, welche sich ähnlich wie Zika und Ebola schnell verbreiten. Eine Vorhersage mittels spezifischer Modelle ist für das effektive Vorgehen der Gesundheitsbehörden ausschlaggebend und trägt zum effizienten Einsatz von Ressourcen bei. Wissenschaftler gehen von einer synergetisch angetriebenen Ausbreitungswelle aus. Einer der Faktoren sei die erhöhte Reise zwischen den Bezirken Luanda und Kinshasa, den Hauptstädten von Angola und DR-Kongo gewesen. Die Verbreitung sei durch die hohe Bevölkerungsdichte begünstigt worden, so der Erstautor der Studie Moritz Kraemer. Er ist sich sicher, dass die Bevölkerungsdichte zum hohen Infektionsrisiko beitragen hat und bezeichnet solche städtischen Zentren als „Naben“ der Moskito-Aktivität. Auch die unzureichende Impfrate gegen das Virus könnte laut Kraemer zur erfolgreichen Verbreitung des Virus in neuen Regionen beigetragen haben. Das Berechnungsmodell erfasste dabei erfolgreich die menschliche Mobilität und die Vektor-Eignung des Virus und konnte Bezirke mit hohem und geringem Verbreitungsrisiko bestimmen. Die Forscher fanden heraus, dass das Modell 27 84% der insgesamt 32 betroffenen Gebiete korrekt identifiziert hätte, wenn zu Beginn der Epidemie eine ausreichende Menge an Impfstoffen vorhanden gewesen wäre. Mit Hilfe eines einfachen statistischen Modells konnten Orte mit den höchsten Risiken für Gelbfieber identifiziert werden. Die kontinentale Ausbreitung von Zika in Amerika habe gezeigt, wie schnell sich Viren auch an Orten die nicht betroffen sind, ausbreiten können. Beispielsweise werde Zika durch die Aedes aegypti Moskito, das gleiche Insekt, das auch Gelbfieber überträgt, übertragen. Die Forscher machen jedoch demografische Bedingungen als Haupttreiber für die Verbreitung verantwortlich. “Gelbfieber ist ein hämorrhagisches Fieber, welches durch die Aedes aegypti-Mücke zwischen den Menschen übertragen wird, und galt lange Zeit als eine der am meist gefürchteten tödlichen Krankheiten. In etwa 15-25% unter den Infizierten verursacht es schwere Symptome, die zum Tod führen können. Glücklicherweise gibt es eine Einzeldosis-Impfung zum Schutz der Menschen, die bis ans Lebensende wirksam bleibt“, so Kraemer.

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