Während sie in ärmeren Ländern mit geringer medizinischer Versorgung früh zum Tod führt, ist sie bei uns und in anderen Industriestaaten schon fast vergessen. Die rheumatische Herzerkrankung stand vor langer Zeit im Focus der Wissenschaftler und des öffentlichen Interesses. Im Zuge der sich immer weiter verbessernden Lebensbedingungen, geriet die einst gefürchtete und sich aus dem rheumatischen Fieber entwickelnde Komplikation in Vergessenheit und verschwand damit auch aus dem wissenschaftlichen Blickfeld. Die Forschungen in dieser Richtung nahmen ab. Mit schweren Folgen für besonders endemische Gebiete wie die Republik Fidschi, die südliche Sahara und Neukaledonien. Denn die Prävention gestaltet sich gerade in ärmeren Länder schwierig und bislang gibt es auch kein Impfstoff. Das rheumatische Fieber, auch Streptokokkenrheumatismus genannt, befällt Haut, Gelenke, Gehirn und eben auch das Herz. Ausgelöst wird sie durch eine bakterielle Infektion in der Kindheit und führt zu Versteifung der Herzklappen. Bei ausbleibender Herzoperation sterben Betroffene im frühen Erwachsenenalter. In den Entwicklungsländern zählt die rheumatische Herzerkrankung zu den häufigsten Diagnosen bei Kindern. Wissenschaftler der Oxford Universität haben nun gemeinsam mit einer internationalen Gruppe von Wissenschaftlern, darunter aus den USA, Frankreich und Australien herausgefunden, warum manche Menschen dieser Krankheit entkommen konnten. Demnach haben Unterschiede in den Antikörpergenen Einfluss auf die Anfälligkeit. Eine Studie mit 3000 Menschen aus den betroffenen Gebieten brachte hervor, dass sich der Code für ein bestimmtes Antikörpergen von dem mit einer rheumatischen Erkrankung unterscheidet. Einzelheiten zu dieser Untersuchung wurden in Nature Communications veröffentlicht. Es wurden eine genetische Analyse und eine anschließende Sequenzierung vorgenommen. Die Daten wurden in den in der Oxford Universität stehenden Supercomputer eingespeist. „Diese Studie bietet neue Einblicke in die Rolle der Antikörpergene bei rheumatischen Herzerkrankungen“, so Professor Adrian Hill von der Oxford Universität. Es könne wichtige Hinweise für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs gegen jene Bakterien liefern, die diese sehr vernachlässigte Krankheit auslösen, so Hill weiter.

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