Das Instrument gleicht einem tragbaren nuklearen Antrieb oder einem Partikelwerfer, wie man es aus Fantasyfilmen kennt, weswegen die Erfindung Alex Burkas von seine Kollegen scherzhaft „Proton Pack“ genannt wurde. Der Name hat sich bis jetzt gehalten. Burka ist Forschungsdoktorant an der Pennsylvania School of Engeneering für angewandte Wissenschaften. Zu seinem Verantwortungsbereich gehört unter anderem ein Projekt, bei welchem an einer besonderen Entwicklung tastender Sensoren geforscht wird. Ähnlich wie bei den bereits im Einsatz befindlichen Algorithmen großer Internetkonzerne, die aus angehäuften Datenmengen neue Kommunikationstechnologien bieten, möchte Burka eine „abgetastete“ Datenbank zusammenstellen. Ziel ist es, so viel Flächen und Formen wie nur möglich zu erfassen, um Robotern irgendwann eine reibungslose Identifikation verschiedenster Gegenstände zu ermöglichen. Förderer des Projekts ist die National Science Foundation. „Wir möchten den Robotern einen menschenähnlichen Verstand geben, um mit ihnen interagieren zu können“, erklärt Burka. Solche Datenmengen können im Rahmen der Künstlichen Intelligenz und den bereits bekannten Anwendungen innerhalb des sogenannten „Deep Learning“ sinnvoll kombiniert werden. Burka trat vor drei Jahren der wissenschaftlichen Gemeinschaft Penn Haptics Group bei, die Teil der GRASP Labors ist. Dort hat er mit seiner Forschergruppe neben der Erfassung von Oberflächen mit einem stationären Instrument, an einem tragbaren Sensor gearbeitet. Technisch ausgerüstet ist der Proton Pack mit visuellen und haptischen Sensoren, einer Kamera, einem Tiefenmesser, einem Drehmomentsensor und einem Mikrofon. In Zukunft könnte diese Technologie zum Beispiel in Großlagern von Versandhäusern eingesetzt werden. Vorstellbar wären auch Lernprogramme für Menschen mit Behinderung. Das Forscherteam arbeitet auch mit MaterialConneXion, einem Unternehmen, das über eine physikalische Datenbank von Kunst- und Baustoffen verfügt. Zu den ambitionierten Zielen des Projekts gehört die Erforschung unbekannter oder ungesehener Objekte durch den Proton Pack. Die wachsende Datenmasse soll eines Tages die Beschaffenheit fremder Körper komplett selbst ermitteln, so dass daraus ein sichtbarer Entwurf entstehen kann. Erst kürzlich hat Burka sein Projekt auf der World Haptics Conference in München und der ICRA in Singapur vorgestellt.

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