Eine in Finnland durchgeführte landesweite Studie zur Erforschung neurodegenerativer Krankheiten, brachte auf Basis spezifischer Datenerhebungen einen Zusammenhang zwischen traumatischen Hirnverletzungen und früh einsetzenden neurodegenerativen Krankheiten hervor. Demnach sind Menschen, die eine mittlere bis schwere traumatische Hirnverletzung erlitten haben, einem erhöhten Risiko ausgesetzt, neurodegenerative Störungen zu entwickeln. Die Ergebnisse die sich auf Patientendaten von stationären Krankenhausaufenthalten beziehen, wurden im Wissenschaftsmagazin PlosOne veröffentlicht. Schon frühere epidemiologische Studien hätten auf sich im Nachhinein entwickelnde neurodegenerative Krankheiten hingewiesen. In der Studie wird ein markanter Unterschied zwischen der Risikogruppe mit größeren Verletzungen und der Gruppe mit geringeren Verletzungen deutlich. Hierbei wurden das Risiko neurodegenerativer Krankheiten und der Genesungsverlauf traumatischer Hirnverletzungen bei Menschen zwischen 18 und 65 Jahren in einem Zeitraum von 1987 bis 2014 untersucht. Bei den aufgrund einer Hirnverletzung stationär versorgten Patienten war zudem keine neurodegenerative Störung bekannt.

Die Daten zu Krankheitsverläufen und Nachfolgeuntersuchungen lassen sich von 2014 bis auf ein Jahr nach der traumatischen Hirnverletzung zurückverfolgen. Berücksichtigt wurden Demenz, Parkinson und amytrophe Lateralslerose. Um eine Relation zwischen einer traumatischen Hirnverletzung und der Entwicklung neurodegenerativer Krankheiten herzustellen, wurde das sogenannte Cox-Proportional-Hazards-Modell angewandt, bei dem Alter, Geschlecht, Bildung und sozioökonomische Daten miteinbezogen wurden. Insgesamt wurden 19.936 Patienten mit einer moderaten bis schweren Hirnverletzung und 20. 703 Patienten mit einer milden Hirnverletzung erfasst. Dennoch gilt die Studie nicht als wissenschaftlicher Nachweis für einen möglichen kausalen Zusammenhang zwischen schweren Hirnverletzungen und einer daraus begünstigten neurodegenerativen Erkrankung. Zudem umfasst die Studie nur Patienten mit nachgewiesenem stationärem Aufenthalt. Um einen kausalen Zusammenhang endgültig bestätigen zu können, sind weitere Forschungen in dieser Richtung erforderlich.

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