Hunger, Missbrauch und Ausbeutung. Der sich seit 2013 im Bürgerkrieg befindende Sudan kommt politische nicht zur Ruhe. Seit der Abspaltung des christlich geprägten Südsudan vom nördlichen Teil im Jahr 2011 sind nach Angaben der Vereinten Nationen 2,6 Millionen der insgesamt 3,4 Millionen Babys im Krieg geboren. Die Beteiligung von Minderjährigen am Krieg ist demnach trotz des zeitweiligen Rückgangs sehr hoch. Zwar seien seit Anfang des Jahres 800 Kinder aus bewaffneten Gruppen entlassen worden, jedoch dienten schätzungsweise bis zu 19.000 Kinder als Kämpfer oder Boten, so ein aktueller Bericht der Organisation zur Lage im Sudan. Als einen „scheinbar endlose Krieg“ bezeichnete die Geschäftsführerin Henrietta H. Fore, Geschäftsführerin von UNICEF den katastrophalen Zustand des Landes. Sie verwüste das Leben von Millionen Kindern. Die Kriegsparteien behinderten aktiv die Unterstützung bedürftiger und unbeteiligter Zivilisten. Zu Beginn der Unabhängigkeit waren viele Flüchtlinge in ihr Land zurückgekehrt. Nun seien seit Beginn der Unruhen im Jahr 2013 wieder mehr als 2,5 Millionen Menschen in Nachbarländer geflohen. Die Unterernährungsrate wird durch die UNICEF mit mehr als eine Million unterernährten Kindern als kritisch bezeichnet. Nach Angaben der Hilfsorganisation wurden seit Ausbruch der Unruhen mehr als 100 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen getötet; zuletzt ein UNICEF-Fahrer. Die UNICEF sei in dieser Sache auf die Führung der Kriegsparteien und die Kommandeure angewiesen. Helfer müssten respektiert und unbeschränkter Zugang zu Bedürftigen gesichert werden. “Ich habe selbst gesehen, wie sehr Kinder durch den Krieg geschädigt wurden“ , so Fore, die das Land persönlich besucht hatte. Es besteht jedoch ein Hoffnungsschimmer. Im letzten Monat hätten die sich gegenüberstehenden Kriegsparteien einen dauerhaften Waffenstillstand unterzeichnet.

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