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Verschiedene internationale Studien zeigen eine signifikante Verschlechterung der psychischen Konstitution unter Kindern. Fachleute warnen bereits seit den ersten Lockdown-Maßnahmen vor tiefgreifenden Auswirkungen auf die psychosoziale Entwicklung von Kindern, durch die sich immer wiederholenden und verlängerten Kontaktbeschränkungen. Scheinbar unwissend darüber, dass sich nicht abzuschätzende gesundheitliche Folgen ergeben könnten, bleiben Gegenmaßnahmen und Pläne durch die Politik weiterhin aus. Ein Blick auf eine sich immer weiter nähernde Katastrophe nach der Katastrophe.

Im weltweiten Kampf gegen die Corona-Pandemie zeichnen sich erste Erfolge ab. Zumindest was die Forschung angeht. Mit leichten Rückschlägen, aber immer neueren Erfolgen, bewegt sich die weltweite Lage, dank intensiver Forschung in eine Richtung, die insgesamt Zuversicht erlaubt. Zusammenhalt und Durchhaltevermögen werden dieser Tage einer immer wieder aufflammeden Prüfung unterzogen. Doch die politisch aufgezwungene Solidaritätsstimmung, der nicht unbedingt jeder folgen möchte, gewinnt bei näherer Betrachtung, vor allem unter dem penetranten Eindruck der pandemiepolitischen Debatte einen Schein, der eigentlich nicht in der Lage sein dürfte, ausdauernd zu trügen. Denn nicht nur die Debatte zieht an so vielen gesellschaftlich unabdingbaren Notwendigkeiten vorbei. Auch Ergebnisse politischer Entscheidungsprozesse. Zum Beispiel an der angemessenen Bezahlung von Pflegekräften, den tiefgreifenden Auswirkungen auf die Wirtschaft und den langfristigen und fatalen Folgen der bislang mehrmals verlängerten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen für die gesunde und ausgewogene Entwicklung von Kindern. Letztere zieht eine ungeahnte Dimension der gesundheitlichen Katastrophe nach sich. Ungeahnt, weil man es hier nicht einmal wagen würde, über Dunkelziffern zu sprechen. Zumindest nicht, wenn man die düsteren Einschätzungen internationaler Institutionen und Kindereinrichtungen, die sich aus den verschiedensten Studien ergeben, einmal kurz überfliegt.

Denn diese lassen eine wage und gleichzeitig nicht auszudenkende Prognose für die kommenden Generationen zu. Führt man dieses Szenario gedanklich fort, drängt sich auf, dass unter diesem Eindruck jede politische Vernachlässigung und Versäumnis eine unwiderrufbares Urteil für jene Generation ist und sein muss, die die Folgen einer gefährlich inkonsistenten Politik wohl Jahrzehnte mittragen wird. Und nimmt man die Einschätzungen der Fachleute ernst, wächst derzeit eine depressive Generation an Kindern heran, die in Zukunft das Bild unserer Gesellschaft wie nie zuvor in der Geschichte prägen wird. Spekulationen sind an dieser Stelle erlaubt, aber nicht nötig, wenn man dem roten Faden folgt, der sich durch alle Veröffentlichungen zieht. Es könnte ein übles Erwachen geben, dass die Absurdität einer überhitzten Corona-Politik in seiner ganzen Facette zeigt. Dabei mangelt es nicht an eindringlichen fachkompetenten Warnungen. Die Corona-Generation wird zeigen, was eine eingefahrene, von rhetorischem Wettbewerb geprägte und pseudokompetente Gesundheitspolitik nach sich zu ziehen imstande ist. Die Ausprägungen sind unterschiedlicher wie sie nicht sein könnten. Von Ängsten, Unsicherheiten, Albträumen und Aufmerksamkeitsdefiziten ist da die Rede. Eines haben internationale Einschätzungen zu den Folgen der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen gemein: Die Zahl der Kinder, die psychische und Verhaltensauffälligkeiten zeigen, wächst rasant. Alle führen zu depressionsaffinen Beschreibungen und Auffälligkeiten. Geringe Kontaktfähigkeit, verminderte affektive Schwingungsfähigkeit, Mangel an Ideen und Innovationen, anhaltende Antriebsstörungen.

Die Veröffentlichungen zu Langzeitstudien und Befragungen, zeigen eine deutliche Verschlechterung der psychischen Konstituion unter Kindern. So veröffentlichte das Elvesier Public Health Emergency auf der Website der United States National Library of Medicine (NLM), das beunruhigende Ergebnis einer breiten Daten- und Studienzusammenführung zu gesundheitsschädigenden Folgen, die durch Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen ausgelöste werden. Als besonders hervorstechende Merkmale dieses Lockdown-Phänomens ließen sich eine Zunahme allgemeiner Angst und Besorgnis festmachen, so das NLM. Als Grundlage diente die Durchsuchung und Auswertung elektronischer Datenbanken von Medline aus dem Zeitraum von Januar 2020 bis Juni 2020, in welche Daten von PubMed, Cochrane-Library, Science Direkt und Google Scholar einbezogen wurden. Aus der Datenlage folgerten die Wissenschaftler, dass sich psychische Auswirkungen des Corona-Lockdowns bei Kindern stärker als bei Erwachsenen zeigen. Jugendliche fühlen sich der Statistik zufolge unsicher, ängstlich und isoliert. Zudem zeige sich eine auffällige Tendenz zur erhöhten Reizbarkeit (Viner et al., 2020a). Bei älteren Kindern sei die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Konzentrationsschwäche sehr hoch. Zusätzlich wurden von Eltern ausgefüllte Fragebögen ausgewertet. In den Angaben der Fragebögen zur Befindlichkeit der Kinder wurden häufig Schlafstörungen, Alpträume und Appetitlosigkeit angegeben. (Jiao et al., 2020). Als Folge fehlender Kontakte durch das Ausfallen von Schule und Freizeitaktivitäten, zeigen Kinder nach Auswertungen der Studien geringe Kontaktfähigkeiten und eine signifikante Abnahme von Affekten. Die Kinder seien durch die starken Einschnitte im Privatleben anhänglicher und aufmerksamkeitsbedürftiger geworden. Problematisch sei der Zustand des Lockdowns insbesondere für Kinder mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen. Kinder mit Autismus-Spektrum- und Hyperaktivitätsstörungen seien durch die gegebene Unsicherheit in besonderem Maße betroffen. Viel von Ihnen, so in der Veröffentlichung, seien auf diese plötzlichen Veränderungen nicht angemessen vorbereitet, sodass sich krankheits- und verhaltensbedingte Auffälligkeiten verstärken würden. Sinnvolle und ressourcenorientierte Beschäftigungen blieben aus und verstärkten somit Entwicklungshemmnisse. Hyperaktivität in Zusammenhang mit erhöhten Impulsen würden ansteigen (Cortese et al., 2020). Die Cambridge-Langzeitstudie fällt nicht positiver aus. Das Archive of Disease in Childhood stellt fest: Kinder die keine Infektion mit SARS-CoV-2 erleiden, litten umso mehr unter den psychischen Folgen des Lockdowns. Die Studie „Resilience in Education and Development“ (RED), welche sich normalerweise mit der persönlichen Entwicklung von Schulkindern befasst, zeigt eine zunehmende Verschlechterung der psychischen Befindlichkeit durch die Lockdown-Maßnahmen. Während die Ergebnisse der ersten zwei Fragebögen keine signifikanten Ergebnisse hervorbrachten, gaben die Eltern in der dritten Befragung Auffälligkeiten an, die auf häufigere depressive Verstimmungen bei Kindern zwischen 7 und 11 Jahren hindeuten. Unter diesen wurde angegeben:

Mein Kind hat das Gefühl, dass es sich nicht bewegen möchte“, „Mein Kind ist sehr müde“, „Mein Kind ist traurig oder leer“ und „Nichts macht meinem Kind mehr viel Spaß“.

Die Taiwanese Society of Child and Adolescent Psychiatry (TSCAP) meldet eine rapide Zunahme der psychischen Auffälligkeiten seit Februar 2020. Durch das Tragen von Mund- Nasen-Schutz und dem vorgegebenen Mindestabstand, blieben die für eine gesunde soziale Entwicklung notwendigen Berührungen wie umarmen und küssen aus. Die Schließung von Schulen und das Homeschooling wirken sich auf die Stabilität und Sicherheit des täglichen Lebens der Kinder aus, so die Verfasser der Veröffentlichung. Obwohl sich die meisten Kinder im Laufe der Zeit an die Veränderungen anpassen könnten, seien auch damit verbundene emotionale Auffälligkeiten immer häufiger. Auch hier werden die Folgen für Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung als besonders problematisch gesehen. Diese hätten es besonders schwer, sich auf plötzlich verändernde Bedingungen anzupassen. Dadurch seien sie in besonders schwerer Weise von den durch die Epidemie verursachten Veränderungen in ihrer Umwelt betroffen. Behandlungen und Therapien müssten immer mehr an die sich ständig veränderten Bedingungen anpassen, sodass sich bereits in der gewohnten Tagesstruktur Probleme zeigten.

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